Aktuelle Predigt

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Bis sich wieder alles normalisiert hat, können Sie hier weiterhin die aktuelle Sonntagspredigt lesen und unten auf der Seite downloaden. Wir bemühen uns, die Predigt bereits am Samstag einzustellen.

Sonntag, 31.5.2020 - Pfingsten

Evangelium

Das Evangelium für Sonntag, 31.5. 2020 ist Joh 20, 19–23.
Sie können es z.B. hier nachlesen

Predigt

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben,

Pfingsten kam für die Jünger nach fünfzig ungewissen Tagen. Einerseits war Jesus auferstanden, und voller Freude hatten sie ihn gesehen und gehört, und sie hatten sogar mit ihm gegessen. Andererseits hatten sie ihre Zweifel und Ängste noch nicht überwunden: Sie befanden sich hinter verschlossenen Türen ohne große Perspektive; sie waren nicht in der Lage, den Lebenden zu verkünden.
Dann kommt der Heilige Geist und die Sorgen verschwinden: Jetzt haben die Apostel auch vor denen, die sie verhaften, keine Angst mehr. Zuerst hatten sie Angst um ihr Leben, jetzt haben sie keine Angst mehr vor dem Tod; zuerst hatten sie sich im Abendmahlssaal eingesperrt, jetzt ergeht ihre Verkündigung an alle Völker. Früher hatten sie fast nie in der Öffentlichkeit gesprochen, und wenn sie es getan hatten, ging das nicht gut, wie bei Petrus, als er Jesus verleugnete; jetzt sprechen sie freimütig zu allen.
Kurz gesagt, die Geschichte der Jünger, die an ein Ende gekommen zu sein schien, wird von der Jugend des Heiligen Geistes erneuert: Diese jungen Menschen, die - völlig verunsichert - meinten, das sei es gewesen, wurden durch eine Freude verwandelt, die sie wiederaufleben ließ.
Was kann uns diese Verwandlung bedeuten? Was ist der Sinn dieses Ereignisses für unsere Kirche heute?

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben,
Die dritte Person der Dreifaltigkeit, der Heilige Geist ist keine abstrakte Sache; er ist eine Person, die uns, besonders seit der Taufe und der Firmung, ganz nahe ist. Er ist derjenige, der unser Leben verändert und es im Sinne Gottes ausrichtet.
Aber wie macht er das? Schauen wir uns die Apostel an.
Der Geist hat ihnen die Dinge nicht leichter gemacht, er hat keine spektakulären Wunder vollbracht, und ihre Probleme und Gegner nicht aus dem Weg geschafft. Der Geist hat in das Leben der Jünger den Mut und das Aufbrechen gebracht, die fehlte und daraus haben die Jünger eine Harmonie gezogen, die vom Heiligen Geist kommt, denn Er ist selbst Harmonie. Harmonie im Inneren des Menschen. Im Inneren, im Herzen, mussten die Jünger verändert werden.
Ihre Geschichte erzählt uns, dass es nicht einmal genügt, den Auferstandenen zu sehen, wenn man ihn nicht im Herzen aufnimmt. Wissen ist nicht Glauben. Es bringt nichts, darum zu wissen, dass der Auferstandene lebt, wenn man nicht selbst als Auferstandener lebt. Es ist der Geist, der Jesus in uns leben und wiederaufleben lässt, der uns im Inneren wieder zum Leben erweckt. Deshalb wiederholt Jesus, als er den Seinen begegnet: »Friede sei mit euch!« (Joh 20,19.21), und er schenkt den Heiligen Geist.
Dieser Friede, der den Aposteln zuteilwurde, dieser Friede, der uns nicht von Problemen befreit, sondern in den Problemen freimacht, ist ein Angebot an einen jeden von uns. Es ist ein Friede, der dem Herzen Freude und Ruhe verschafft. Dies in eine so tiefe Harmonie, dass sie sogar Verfolgungen in Seligkeit verwandeln kann.
So erinnert uns Pfingsten daran, dass Gott in der Kirche seit ihrem Beginn wirkt und Be-Geisterung in der Harmonie für seine Sache schafft, was er in uns in der Firmung bewirkt: Durch den Dienst der Kirche werden wir besiegelt mit dem Heiligen Geist, der Gabe Gottes; wir erhalten den Friedensgruß und werden in voller Harmonie gesendet, Zeugen für Christus zu sein.

Lasst uns jeden Tag zu ihm beten:
Heiliger Geist,
Harmonie Gottes,
du, der du die Angst in Vertrauen und die Verschlossenheit in Hingabe verwandelst, kehr bei uns ein.
Gib uns die Freude der Auferstehung, die ewige Jugend des Herzens.
Heiliger Geist,
du unsere Harmonie,
der du aus uns einen einzigen Leib machst, gieße der Kirche und der Welt deinen Frieden ein.
Mache uns zu Handwerkern der Eintracht, zu Aussäern des Guten und zu Zeugen der Hoffnung, durch Christus unseren Herrn.

 

Amen

Evangelium + Predigt als PDF

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