Aktuelle Predigt

Heute finden Sie hier zum letzten Mal die aktuelle Sonntagspredigt zum lesen und downloaden.

Sonntag, 28.6.2020

Evangelium

Das Evangelium für Sonntag, 28.6.2020 ist Mt 10, 37–42.
Sie können es z.B. hier nachlesen

Predigt

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben,

Immer wieder fragen Menschen angesichts von Leid und Not nach dem „warum“ und finden besonders dann keine Antwort, wenn sie in ihrem Leben Gott immer treu gedient und in Verbindung mit ihm gelebt haben.
Das Corona Virus ist ein aktuelles Beispiel dafür, welches uns sprachlos macht und an eine Strafe denken lässt. In solcher Situation empfinden sogar manche ihr Lebenskreuz als eine von Gott auferlegte Strafe. Menschen können daran verzweifeln und sie fragen sich, wie geht Gott eigentlich mit denen um, die ihn lieben, die ihr Leben nach ihm ausrichten, wenn er ihnen, gleichsam als ein Zeichen seiner Undankbarkeit, ein ganz bestimmtes Kreuz schickt.
Wir hören im Evangelium eine Erklärung, die uns das Leben mit Jesus, in seiner Nachfolge ohne Kreuz unvorstellbar macht. Jesus sagt ganz deutlich: „Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig“. Wer also ein Kreuz zu tragen hat, der ist nicht gestraft von Gott, sondern er ist im Gegenteil von Gott mit einer besonderen Würde ausgezeichnet; es ist die Würde, die ihn Christus ähnlich macht. Diese Gedanken bringen uns zum wahrsten Sinne des Wortes: das Kreuztragen.

Das Wort Kreuztragen meint nicht, Liebe Schwestern und Brüder im Glauben, dass wir uns Leid wünschen müssen, um gute Nachfolger Jesu zu sein. Jesus selbst hat das Leiden nicht gesucht. Er hat das Leben geliebt und bezeichnet sich als das Leben. Er setzte sich für jeden Menschen ein, dessen Leben in irgendeiner Weise bedroht war. Wer diesem Jesus, der so ein Freund der Menschen war und ist, nachfolgt, der wird sich Tag für Tag neu dafür entscheiden müssen, die Menschlichkeit Gottes in sein Lebensprogramm aufzunehmen.
Konsequente Nachfolge heißt deswegen: leben wie Jesus, sich engagieren für mehr Menschlichkeit in der Welt, sein Leben als ein Geschenk für andere zu sehen und nicht als ein Leben, das nur um sich kreist. Das ist nicht einfach und ist ein Kreuz, das immer neu in unserem Alltag mit der Hilfe Jesu selbst getragen werden kann. Wer so beharrlich Jesus konsequent nachfolgt, dessen Leben erhält Sinn und Würde. Dieser Mensch weiß, wofür er lebt und wer so lebt, der wird auch erfahren, dass dieses Leben zu Konflikten führt, dass ein solches Leben sehr viel fordert, was auch oft Leid nicht ausschließt.
Wir werden auf diesem Lebensweg nicht immer das bekommen, was wir wollen; aber das, was wir für dieses Leben brauchen, wird uns garantiert. Es wird in dieser Nachfolge zu Auseinandersetzungen, zu Niederlagen und zu Nachteilen kommen. Aber Kreuztragen bedeutet im Sinne des Herrn, in unserem Alltag mit all seinen Lasten und Konflikten nicht aufzugeben. Hier bekommen Kreuz und Leid eine total andere Bedeutung; es ist eine Bedeutung, die jedem Kreuzträger – und mag sein Kreuz auch noch so schwer sein - neue Hoffnung geben kann.

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben, an diesem 13. Sonntag im Jahreskreis lädt uns Jesus ein, mit- und füreinander zu beten. Er fordert uns auf, all das konsequent zu tun, was gerade gefordert ist, dass wir bei Kreuz und Leid nicht verzagen: Jetzt ist der richtige Moment, nicht morgen; jetzt sind wir gefordert, auch dann, wenn es für uns nicht einfach ist. Wir können getrost in unserem Alltag in diesem Sinne die Menschlichkeit Gottes leben, weil wir wissen, dass der Herr uns begleitet, beim Einsatz für Menschen.
Und der Herr sagt uns auch: Aufbrechen und etwas tun und das in all seiner Konsequenz, das muss jeder von uns selbst.

Amen

Evangelium + Predigt als PDF

Sie können das Evangelium und die Predigt auch als PDF aufrufen, um sie zu speichern oder auszudrucken.